Aktienplan.de

Optionen

Optionen

  • Optionen sind standardisierte, börsenmäßig gehandelte Vereinbarungen, die dem Käufer das Recht, aber nicht die Verpflichtung geben,
  • eine bestimmte Menge eines bestimmten Basiswerts
  • innerhalb eines festgelegten Zeitraums (Optionsfrist) oder zu einem festgelegten Zeitpunkt (Optionstermin) zu einem bei Vertragsabschluss festgelegten Preis (Basispreis)
  • zu kaufen (Call)
  • zu verkaufen (Put)
  • Für das Recht zahlt der Erwerber dem Verkäufer der Option bei Abschluss des Geschäftes eine Prämie (Optionsprämie, Optionspreis)

Arten von Optionen

  • Einer Option kann grundsätzlich jedes Finanzprodukt zugrunde liegen, z.B.:
  • Aktien (Aktienoption)
  • Indizes wie z.B. DAX, REX, STOXX (Indexoptionen)
  • Zinssätze von Anleihen oder Geldmarktwerten (Zinsoption)
  • Devisen z.B. USD (Devisenoption)
  • Derivate z.B. Swaps, Futures (Optionen auf Derivate)

Optionen nach dem Zeitpunkt der Ausübung

  • amerikanische Option ( Die Option kann jederzeit Während der LZ ausgeübt werden)
  • europäische Option ( Die Option kann ausschließlich zum Fälligkeitstermin ausgeübt werden)
  • Größtenteils amerikanische Optionen an der Eurex gehandelt (europäische Optionen nur Optionen auf Indizes)

Grundpositionen von Optionsgeschäften

  • gibt 2 Optionsgeschäfte:
  • Kaufoption (Call)
  • Verkaufsoption (Put)
  • Vier Grundpositionen von Optionsgeschäften (da immer Käufer und Verkäufer nötig)

Kaufoption (Call)

  • Kauf eines Call (Long Call)
  • Käufer erwartet steigende Kurse des Basiswertes während der LZ der Option
  • Verlustrisiko ist begrenzt auf ursprünglichen Optionspreis
  • Verkauf eines Call (Short Call)
  • Verkäufer (Stillhalter) erwartet gleich bleibende oder leicht fallende Kurse des Basiswertes während der LZ der Option
  • Unbegrenzte Verluste möglich

Verkaufsoption (Put)

  • Kauf eines Put (Long Put)
  • Käufer erwartet fallende Kurse des Basiswertes während der LZ der Option
  • Verlustrisiko ist begrenzt auf ursprünglichen Optionspreis
  • Verkauf eines Put (Short Put)
  • Verkäufer (Stillhalter) erwartet gleich bleibende oder leicht steigende Kurse des Basiswertes während der LZ der Option
  • Unbegrenzte Verluste möglich

Kauf einer Option (Long)

Kauf einer Option (Long)

Verkauf einer Option (Short)

Verkauf einer Option (Short)

Kombination der Grundpositionen

  • Spreads
  • Kombination von gleichzeitigen Call und Put gleichen Optionstyps
  • Bestehen aus Kauf und Verkauf gleicher Anzahl Calls oder Puts eines Basiswertes, die sich im Basispreis u./o. Verfalldatum unterscheiden
  • Bull Spreads (Erwartg. steigender Kurse des Basiswertes), es wird niedrigere Basispreis gekauft und höhere verkauft
  • Bear Spreads (Erwartg. fallender Kurse des Basiswertes), es wird höhere Basispreis gekauft und niedrigere verkauft
  • Straddles (Grätsche)
  • Kombination von gleichzeitigem Kauf oder Verkauf einer gleichen Anzahl von Calls und Puts eines Basiswertes mit gleichem Basispreis und gleichem Verfalldatum
  • sieht dann wie ein V aus
  • Spekuliere als Käufer auf stark volatile Kurse, als Verkäufer auf konstante Kurse
  • Strangles (erwürgt)
  • Kombination einer gleichen Anzahl von Calls und Puts eines Basiswertes mit gleichem Verfalldatum aber unterschiedlichem Basispreis

Optionsscheine

  • Optionsscheine (Warrants) verbriefen das Recht, aber nicht die Verpflichtung, eine bestimmte Menge eines Basiswertes zu kaufen (Call-Optionsschein) o. zu verkaufen (Put-Optionsschein) bzw. die Zahlg. v. Differenzbeträgen bei Zins-, Index- oder Kursänderungen zu verlangen

Formen von Optionsscheinen

  • Traditionellen Optionsscheine (Optionsscheine aus Optionsanleihen)
  • Nackte Optionsscheine (naked warrants)
  • Gedeckte Optionsscheine (covered warrants)

Traditionelle Optionsscheine

  • Werden im Rahmen einer Optionsanleihe begeben
  • können abgetrennt und separat gehandelt werden
  • Verbriefen das Recht auf effektive Lieferung des Basiswertes
  • Handelt sich grundsätzlich um Call-optionsscheine
  • In D kommen sie als Aktien- u. Zinsoptionsscheine vor

Nackte Optionsscheine

  • werden ohne gleichzeitige Emission einer Anleihe begeben
  • kommen als Call- und Put-Optionsscheine in Umlauf
  • stehen nicht in Zusammenhang mit Finanzierungsvorhaben von UN
  • häufig wird Barausgleich vorgesehen

Nackte Optionsscheine kommen vor als:

  • Zinsoptionsscheine (verbriefen das Recht zum Kauf o. Verkauf von Schuldverschreibungen z.B. Bundesanleihen; bzw. zum Erhalt von Ausgleichszahlg. bei Über- o. Unterschreitung eines best. Kurses)
  • Währungsoptionsscheine (verbriefen das Recht zum Kauf o. Verkauf eines bestimmtes Betrages in einer best. Währung; bzw. zum Erhalt von Ausgleichszahlg. bei Über- o. Unterschreitung eines best. Devisenkurses)
  • Indexoptionsscheine (verbriefen das Recht auf Erhalt einer Ausgleichszahlg. bei Über- o. Unterschreitung eines best. Indexstandes)
  • Rohstoffoptionsscheine (verbriefen das Recht auf Erhalt einer Ausgleichszahlg. bei Über- o. Unterschreitung eines best. Preises bei einem best. Rohstoff z.B. Gold)
  • Basket-Optionsscheine (berechtigen zum Kauf eines genau definierten Korbes von Basiswerten, z.B. Aktien bestimmter Länder oder UN best. Branchen)
  • Turbo-Optionsscheine (berechtigen zum Bezug anderer Optionsscheine; Turbo weißt auf vergleichsweise hohe Hebelwirkung dieser Scheine hin)

Korriodor-Optionsscheine/ Range-Warrents

  • können sich auf alle denkbaren Basiswerte beziehen
  • verbriefen das Recht auf erhalt einer Ausgleichszahlung am Ende der LZ
  • Zahlg. abhängig von Optionsbed.
  • z.B. für jeden Bewertgs.tag an dem der Abrechnungskurs innerhalb der definierten Grenzen des Korridors liegt wird ein Betrag angesammelt
  • angesammelte Betrag wird am Ende ausgezahlt
  • auch noch in anderen Formen mögl.

Digital-Optionen

  • können sich auf verschiedene Basiswerte beziehen
  • verbriefen das Recht am Ende der LZ eine Ausgleichszahlg. zu erhalten
  • auszuzahlende Betrag ist in den Emissionsbed. festgelegt
  • bei Digital-Call-Optionen wird Betrag dann ausgezahlt wenn Kurs des Basiswerts am Fälligkeitstag eine vorher def. Barriere erreicht oder überschreitet
  • unterschreitet der Kurs die Barriere verfällt der Optionsschein wertlos
  • bei Put Optionen ist es umgekehrt

Hebel

  • Der Hebel ist eine Kennzahl bei Optionen und Optionsscheinen und gibt das Verhältnis des Investmentbetrags, der zum Kauf des entsprechenden Underlyings aufgewendet werden müßte (Kurs des Basiswertes), zu dem für den Kauf des Optionsscheins (Kurs des Optionsscheins) notwendigen Kapital an
  • durch Hebeleffekt kann ich mit Optionsscheinen prozentual einen höheren Gewinn erzielen als mit dem Basiswert
  • Hebeleffekt geht in beide Richtungen
  • Hebel sollte jedoch nicht der Mittelpunkt der Überlegungen sein, denn er nützt nichts wenn die Aktie deutlich unter dem Basispreis notiert (bei Call) und bis zur Fälligkeit nicht in die Gewinnzone gelangt

Berechnung:

Aktienkurs x Optionsverhältnis / Optionsscheinkurs

Bezugsverhältnis

  • Gibt die Anzahl der Basisinstrumente an, die mit einem Optionsschein erworben werden können (z. B bei US-Dollar- Devisenoptionsscheinen beträgt das Bezugs- bzw. Optionsverhältnis meist 1:100). Das heißt, ein Optionsschein bezieht sich auf 100 US-Dollar. Bei Aktienscheinen orientiert sich das Bezugsverhältnis häufig am Kurs der Aktie.
  • je größer das Bezugsverhältnis desto höher ist der Preis des Optionsscheines (bei Verhältnis 1:1 ist der Preis deutlich höher als bei 10:1)

Break-even-Punkt

  • der Break-even-Punkt eines Optionsscheins entspricht einem best. Kurswert des Basiswertes
  • diesen Kurs muss der Basiswert erreichen der Schein ohne Kursverlust ausgeübt werden kann
  • dieser Kurs liegt immer über dem Basispreis (bei Call, bei Put umgekehrt)

Berechnung:

Basispreis + Optionspreis je Aktie

Prämie

  • gibt an um wie viel Prozent der Basiswert steigen muss, damit der Optionsscheine in die Gewinnzone kommt

Berechnung Prämie

Basispreis + Optionspreis je Aktie / aktueller Aktienkurs

Basispreis

Der bei Abschluss eines Optionsgeschäftes vereinbarte Preis, zu dem der Käufer bzw. Verkäufer einer Option den optierten Gegenstand (Wertpapier, Devise) bis zum Optionstermin von seinem Kontrahenten kaufen bzw. an ihn verkaufen kann.

Innere Wert; Zeitwert

  • Wert des Optionsscheins setzt sich aus inneren Wert und Zeitwert zusammen
  • innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen akt. Kurs und dem Basispreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis
  • Zeitwert ist der Preis für die Chance auf einen zusätzlichen Gewinn, da diese Chance jeden Tag ein wenig geringer wird sinkt der Zeitwert (am Ende der LZ ist der Zeitwert 0)
  • abnehmender Zeitwert erst in den letzten 3 Monaten dramatisch (sinkt dann dramatisch)
  • Ziel ist es den abnehmenden Zeitwert durch den inneren Wert zu ersetzen

Volatilität

  • je höher die erwarteten Kursschwankungen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit das sich der Optionsschein für den Käufer vorteilhaft entwickelt, deshalb ist der Käufer auch bereit einen höheren Preis zu akzeptieren
  • sinkt die Volatilität, so sinkt auch der Preis des Optionsscheines

Die 3 Preiseinflussfaktoren

  • um das Kurspotential eines Optionsscheines einzuschätzen genügen drei Grundkenntnisse
  • Aktienkurs
  • Laufzeit der Option
  • Volatilität des Basiswertes

Buchtipps zum Thema Optionsscheine:

Diverse Fachliteratur zum Thema Optionsscheine:

Bewertungen

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Bisher keine Bewertungen)
Loading...